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Im vermeintlichen Widerspruch zu allen Erfolgstrainern und Motivationscoaches starte ich die neue Video-Serie „Charisma Weekly“ mit dem Aufruf „Schau zurück!“


Aus meiner Tätigkeit als Trainerin heraus habe ich es stets mit Menschen zu tun, die unzufrieden sind, die mehr wollen, die oft meinen, nicht genug zu können, ja, nicht genug zu sein. Besonders wenn es um das Thema „Charisma“ geht. Dann meinen viele, sie müssten es sofort „können“. Dabei übersehen sie, dass „Charisma“ keine erlernbare Kompetenz ist, sondern ein Seins-Zustand, der eine gewisse Entwicklungszeit braucht. Und diese Zeit muss man sich nicht nur nehmen, sondern vor allem geben.

Von Søren Kierkegaard stammt der Spruch: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es vorwärts.“

Es geht beim Zurückschauen aber nicht nur um Verständnis, sondern darum zu erkennen, was man bereits alles geleistet hat, welche Versuche man bereits unternommen hat, um etwas zu erreichen, um sich weiter zu entwickeln und zu sehen, welche Fortschritte – mögen sie auch nur minimal sein – man erzielt hat.

Stephen Covey hat in seinem Buch „Die effektive Führungspersönlichkeit, Prinzipienorientiert managen“ die Entwicklung des Menschen mit den 6 Tagen der Schöpfung verglichen: Du kannst keinen Tag überspringen. Wenn du auf Tag 2 stehst, kannst du nicht am nächsten auf Tag 5 sein. Wahre Entwicklung benötigt die entsprechenden Schritte auf jeder Ebene – seelisch, emotional, geistig, physisch. Covey hat dieses Prinzip auf die Entwicklung als Führungskraft angewandt, aber es trifft auf jede Art von persönlicher Entwicklung zu.

Für mich etwa war mein Mangel an Durchhaltevermögen sehr oft ein Hemmnis auf dem Weg zum Erfolg. Und so kam ich auf die glorreiche Idee, einen Marathon zu laufen, um mich quasi zum Durchhalten zu zwingen. Nun, ich bin ihn gelaufen, aber ich war leider nur geistig und physisch bereit dazu, nicht jedoch emotional und vermutlich auch seelisch nicht. Und so lief ich den Marathon kraft meines Willens und meines Körpers, aber ich war danach in den wesentlichen Dingen kein bisschen ausdauernder als zuvor. Ich hätte diesen Versuch also als Misserfolg verzeichnen können. In der Rückschau erkenne ich aber ganz deutlich, dass ich sehr wohl bereits Teile von Ausdauer und Durchhaltevermögen hatte – aber eben andere Ebenen der Persönlichkeit noch nicht reif genug waren. Dass diese einfach noch Zeit und bestimmte Erfahrungen brauchten. Und dass diese durch weitere – für sich genommen kleine und sehr leicht zu realisierende – Entwicklungsschritte reifen konnten. Erst jetzt kann ich sagen: ich bin ausdauernd. Ich habe Durchhaltevermögen. Nicht nur im Geist, nicht nur im Körper, sondern als ganzer Mensch.

Nur in der Rückschau siehst du die vielen Schritte, die du gemacht hast, um dich weiterzuentwickeln, um dorthin zu kommen, wo du jetzt bist – und kannst daraus mit Gewissheit sagen: du wirst auch weiterhin dorthin kommen, wo du sein willst – als Experte/ Expertin, als Führungskraft, als Mensch.

Sie dir auch das Video an, um diesen Gedanken zu festigen und nimm dir Zeit für eine Rückschau in Wertschätzung für dich selbst und deinen Weg.

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