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Was für eine süße Idee!” titelte letzthin das Gratisblättchen “HEUTE” angesichts der Rede des österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen bei der 25. Klimakonferenz. Da hielt das höchste Staatsoberhaupt bei seiner Rede ein Plüschtier in die Höhe und erzählte vom 6-jährigen David, der ihn kürzlich in der Hofburg besucht hätte.

Das ist ungefähr so, wie wenn man sich dem IS in Syrien mit einem Spielzeugpanzer entgegenstellt und dabei vertraulich mit einem weißen Taschentuch wedelt. Genauso lächerlich ist eine solche Rede angesichts der Tatsache, dass Staaten nun bereits seit 25 Jahren immer wieder zusammentreffen und genau NICHTS in einem bestimmten – ja, lebensbedrohlichen – Thema voranbringen.

“Storytelling” ist das neue Schlagwort. Nachdem die meisten Menschen bei ihren Reden und Präsentationen auf die Emotion ihres Gegenübers vergessen hatten und deshalb ihre Botschaften nur mit mäßigem Erfolg vermitteln konnten, sah man hier nicht nur die Rettung bis dato ungelenker RednerInnen, sondern auch das Potential eines neuen Bildungsproduktes. Und so werden nun fleißig “Storytelling”-Kurse angeboten. Und Coaches und BeraterInnen, die es besser wissen sollten, helfen Menschen dabei, sich lächerlich zu machen. Wie, aus meiner bescheidenen Sicht, der österreichische Bundespräsident.

Storytelling mit Plüschtieren gehört in den Kindergarten, aber nicht auf die große Bühne der Weltpolitik. Dafür ist diese viel zu ernst.

Schauen wir in die großen Reden der großen Weltveränderer.

Ob dies nun eine Emmeline Pankhurst war, oder ein Martin Luther King – oder auch ein Steve Jobs. Sie alle hielten Reden, die die Menschen erfassten. Sie alle verwendeten bildhafte Sprache, die die Emotionen weckte. Aber zu keiner Zeit machten sie sich selbst oder das Publikum durch Geschichten lächerlich, die der Situation nicht angemessen waren.

Wenn DU wirklich gutes Reden lernen möchtest, dann bleibe hier an diesem Blog dran. Schau dir an, was es dazu in der Online-Bibliothek gibt oder gehe auf meinen YouTube-Kanal.

Das Leitwort für gute Reden ist immer noch: Respekt. Respekt vor dem Publikum. Respekt vor dem Thema. Respekt vor dir selbst.

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