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Wenn du schon länger Mitglied in der Charisma Academy bist oder dich etwas mit den Inhalten der Webpage beschäftigt hast, weißt du, dass es nicht nur um kommunikatives Charisma geht, um die charismatische Wirkung beim Halten von Präsentationen, Reden oder in Gesprächen, sondern um  die grundsätzliche Entwicklung einer charismatischen Persönlichkeit – einer Persönlichkeit, die im „Möglichkeitsraum“ lebt und die anderen Personen zum Vorbild dienen kann.

Ein notwendiger Schritt dafür ist, Muster abzulegen, die unsere innere Haltung und damit unser Verhalten bestimmen. Immer wieder stolpern wir über automatisiertes Verhalten, das wie ein Querschläger gegen unsere besten Vorsätze und Bemühungen wirkt. Das Verhalten wird durch einen Trigger ausgelöst und läuft – eben – automatisch ab.

Beispiel 1: Du hast eine Kollegin, die jedesmal, wenn du anrufst, zuerst einmal einen Seufzer ausstößt. Du fühlst dich dadurch unwillkommen und abgewertet. Die Reaktion ist: Rückzug, um dich zu schützen. Die Freundlichkeit, die positive Stimmung, die du vorher vielleicht hattest, sind wie weggeblasen und du kannst diese positive Stimmung daher auch nicht mehr auf die Kollegin übertragen. Je öfter das vorkommt, desto mehr wirst du vermeiden, überhaupt auf diese Kollegin zuzugehen.

Beispiel 2: du bist eine Frau und dein Kollege nimmt bei Besprechungen gerne eine sehr raumgreifende Haltung ein – Beine auseinander, Hände möglicherweise hinter dem Kopf verschränkt, Ellbogen weit aufgespannt. Das wirkt auf dich aggressiv, einschüchternd. Die Reaktion ist daher Rückzug und eine deinerseits klar abweisende Haltung. Das Gespräch und damit auch das Ergebnis sind dadurch stark beeinträchtigt, weil du dich nicht mit voller Kraft einbringen kannst.

Die Lösung: STOP!


Der erste Schritt ist getan, wenn du dir dieser Muster bewusst bist.
Der zweite ist, innerlich ein ganz großes, deutliches STOP-Schild zu ziehen – und es dir selbst und deiner automatischen Reaktion zu zeigen.
Indem du dir sagst: STOP! hältst du deine Routine an, kannst deine Gewohnheit unterbrechen und es wird möglich, die Situation neu zu bewerten und dadurch anderes Verhalten zu zeigen.

Im ersten Beispiel könnte das so laufen:

  1. Trigger: Seufzen.
  2. Deine erste Reaktion: Aha! ich erkenne das Verhalten und sage innerlich: STOP! Das Seufzen gehört nicht mir – sondern meiner Kollegin. Ich weiß nicht, warum sie seufzt und deshalb beziehe ich es auch nicht auf mich.
  3. Dein Verhalten (nicht automatisiert, sondern ganz bewusst!): du denkst an etwas Freudiges und legst damit diese Freude in deine Stimme. Dann sagst du zur Kollegin „Toll, dass ich dich erwische!“

Es gibt keine Garantie, dass diese Kollegin jemals zu Seufzen aufhört, weil du nicht weißt, warum sie überhaupt seufzt. Aber du wirst dich davon frei machen, du wirst dein Verhalten selbst bestimmen. (Die fortgeschrittene Version ist, dass du deine Kollegin gedanklich ganz kurz in den Arm nimmst und ihr – ebenso gedanklich – sagst: es ist OK, zu seufzen.)

Im zweiten Beispiel könnte es so laufen:

  1. Trigger: ausladende, raumgreifende Haltung
  2. Deine erste Reaktion: Aha! ich erkenne das Verhalten und sage innerlich: STOP! Der Kollege weiß vielleicht gar nicht um seine Wirkung, vielleicht auch schon – aber das ist für mich nicht ausschlaggebend. Ich bestimme selbst, wie ich mich fühle und verhalte.
  3. Dein Verhalten (nicht automatisiert, sondern ganz bewusst!): du beanspruchst deinen Raum soweit nötig (d.h. es geht nicht darum, ihn in seinem Verhalten zu imitieren, was letztendlich nur zu einer Pattstellung führen kann), blickst ihm (genauso wie allen anderen) geradewegs in die Augen, verstärkst deine Präsenz am Tisch, indem du nach vorne an die Tischkante kommst. Und je nach hierarchischer Stellung kannst du das Verhalten des Kollegen auch +/- scherzhaft ansprechen, z.B. „Wenn ich dich so ansehe, wird mir bewusst, dass ich heute meine Power-Posing-Übungen noch machen muss!“ – Oder es könnte auch das Angebot zum Feedback in einem Zweier-Gespräch sein.

Ganz egal wie deine Reaktion aussieht: indem du dein automatisiertes Verhalten stoppst, wirst du diese Reaktion frei und selbst-bewusst wählen können. Du befreist dich aus einer Opfer-Haltung und nimmst die Situation – und die Gestaltung der Beziehung – selbst in die Hand.

Denke nun an ein Verhalten, das immer gleich abläuft – ausgelöst durch immer den gleichen Trigger – und nimm dir vor, STOP! zu sagen, um andere Verhaltensoptionen (Möglichkeiten!) ausprobieren zu können. Wenn die erste nicht zum besseren Ergebnis führt, probiere die nächste aus. Denk daran: in den meisten Situationen gibt es unendlich viele Möglichkeiten.

Ich wünsche dir FREUDE dabei, neue Verhaltensmöglichkeiten auszuprobieren und zu neuen, besseren Ergebnissen zu kommen!

Übrigens: in Wien gibt es im Oktober 3 Termine, an denen du üben kannst, deinen Möglichkeitsraum ganz bewusst zu erweitern: im Rahmen der offenen Gruppe für „Momentkompetenz“. Details und Anmeldung hier.

Deine
Martina

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